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Bard Extensions – so soll Googles Chatbot noch intelligenter werden

Mit seinem KI-Bot namens „Bard“ setzte Google 2023 zum Angriff auf ChatGPT an. Allerdings blieb der Erfolg bisher aus. ChatGPT gilt vielen Nutzern nach wie vor als leistungsstärker und Menschen-ähnlicher.

Im September dann die Ankündigung: Um Bard zu verbessern, will Google die KI mit den beliebten Diensten Gmail, Youtube und Docs verbinden. Das Ganze nennt sich „Bard Extensions“. So soll Bard noch vielseitiger und leichter zu bedienen sein. Wird Googles künstliche Intelligenz also bald zum Vorreiter aufsteigen? Wir präsentieren alle Neuerungen und wagen ein erstes Urteil.

Google Bard im Überblick

Die neuen Bard Extensions im Überblick

Die Bard Extensions befinden sich aktuell noch in der Experimentierphase. Nutzer können aber bereits auf folgende Features zugreifen:

Youtube

Eine bedeutende Neuerung ist die Verknüpfung von Google Bard und Youtube: der weltweit größten Video-Plattform.

Mit der Extension wird es möglich sein, den Inhalt von Videos kurz und knackig zusammenzufassen. Das ist ideal für alle, die wenig Zeit haben und/oder einen Haufen Clips durchforsten müssen. Aber damit nicht genug: Als echter „Conversation Bot“ kann Bard auch Fragen zum Video beantworten, weitere Infos oder Links zu ähnlichen Videos anzeigen.

Zugegeben: letztere Funktion erledigt der Youtube-Algorithmus bereits jetzt automatisch. Durch Googles AI könnten die Empfehlungen jedoch noch genauer auf den Nutzer zugeschnitten werden.

Google Docs und Google Drive

Natürlich funktionieren die Zusammenfassungen nicht nur für Videos. Bard analysiert auf Wunsch auch Dokumente und gibt die Schlüssel-Aussagen in Kurzform wieder. Außerdem kannst Du Texte nach bestimmten Infos durchforsten lassen, wenn Du Dir das Überfliegen sparen willst.

Nutzer mit randvollem Google Drive-Ordner dürfen sich freuen. Google Bard soll es leichter machen, bestimmte Dateien zu finden, da die KI alle Ordner samt Inhalt scannt. Ein Anwendungs-Beispiel gefällig? Bard könnte Deinen Lebenslauf in Google Drive analysieren und daraus ein Bewerbungsschreiben erstellen. Die Daten manuell einzutippen, wäre damit nicht mehr nötig.

Google Mail

Auch Google Mail wird in Zukunft mit Bard verknüpft. Wenn Du eine bestimmte Info suchst – z. B. Dokumente, die Dir ein Freund vor einigen Wochen geschickt hat – kann Dir Bard bei der Suche helfen.

Das Ganze soll übrigens nicht nur für eine E-Mail funktionieren. Wer möchte, lässt Bard komplette Konversationen zusammenfassen – und wenn Du schon dabei bist, erstellt Bard auf Wunsch gleich eine Antwort-Email. Deren Format und Stil kannst Du flexibel anpassen, sodass Bard Korrektur-Tools wie Grammarly Konkurrenz machen dürfte.

Google Maps und Trips

Die Bard Extensions erstrecken sich auch auf Google Maps. Fragst Du Bard z. B. nach der Distanz zwischen zwei Städten, erhältst Du prompt eine Antwort. Besonders spannend erscheint dabei die Kombination mit Google Maps Immersive View. So wäre es z. B. denkbar, Bard anhand von Wetter und Luftqualität eine Route planen zu lassen.

Überhaupt dürfte die Reiseplanung dank Bard wesentlich einfacher werden. Dazu ein Beispiel: Angenommen, jemand schickt Dir Infos zu einer Reise per E-Mail – etwa eine bevorzugte Reisezeit. Dann kann Bard anhand dieser Infos automatisch Flug und Hotel buchen. Oder wie wäre es mit einer Reise zu neuen Orten? Wer möchte, lässt sich von Bard Vorschläge zur Route und den Sehenswürdigkeiten machen. Eigene Wünsche in Bezug auf Reisezeit, Vorlieben, Budget etc. berücksichtigt die KI natürlich.

Google Bard präziser

Google Bard soll präziser werden – das steckt dahinter

Wie schon erwähnt, ist Google Bard aktuell weniger populär als die Alternative Chat GPT. Das dürfte auch daran liegen, dass letztere KI genauere Ergebnisse ausspuckt. Mit den Bard Extensions soll sich das ändern. Sobald die künstliche Intelligenz mit Apps wie Gmail, Maps oder Youtube verknüpft wird, erhöht sich automatisch die Datenmenge – heißt: Bard kann mit mehr Infos „gefüttert“ werden und die Antworten noch spezifischer an den Nutzer anpassen.

In diesem Zusammenhang möchte Google seine KI auch transparenter machen:

Der Google It-Button von Bard soll sich nutzen lassen, um Antworten zu überprüfen. Wenn Bard sich einer Aussage sicher ist und diese mit Quellen belegen kann, wird sie grün dargestellt. Die Quelle können sich Nutzer dann per Link selbst ansehen. Andernfalls wird die Antwort in Orange dargestellt.

Dieses Feature ist vor allem nützlich, wenn Du die KI zu wissenschaftlichen Zwecken nutzen willst. Doch natürlich bleibt eine Sache, die Bard weiterhin nicht kann: eine Quelle auf Seriosität prüfen. Nutzer sollten daher in jedem Fall sorgfältig checken, woher Bard seine Antwort bezieht.

Google Bard – wie steht es um den Datenschutz?

KI-Bots wie Chat GPT und Bard benötigen eine Menge Daten, um die richtigen Ergebnisse auszuspucken. Diese Daten stammen von ihren Nutzern – und so verschärft sich die ohnehin schon spannende Frage nach dem Datenschutz.

„Wir verpflichten uns, Ihre persönlichen Informationen zu schützen“. Das versprach unlängst der Bard-Direktor Yury Pinsky. Demnach hätte nur der Computer – keine echten Personen – Zugriff auf den Inhalt von Gmail-Nachrichten, Dokumenten und Dateien in Google Drive. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Bereits jetzt sammelt Google eine Menge Nutzerdaten, und diese Sammelwut dürfte mit den Bard Extensions eher noch zunehmen.

Glücklicherweise gibt es keinen Zwang, Google Bard zu nutzen. Wer möchte, schaltet den KI-Assistenten ganz einfach ab.

Google Bard Extensions – wann sind sie verfügbar?

Laut Angaben der Entwickler befindet sich Google Bard noch im Anfangsstadium. Dementsprechend handelt es sich um ein „Experiment“, kein fertiges Produkt. Bard Extensions stehen aktuell nur auf Englisch zur Verfügung.

Der Chat-Bot selbst lässt sich jedoch auf Deutsch nutzen. Du musst lediglich die offizielle Google Bard Website besuchen und Dich dort mit Deinem Google Account einloggen. Schon kannst Du Fragen an Bard stellen.

Google Bard Fazit

Die neuen Features von Google Bard – unser Fazit

Wird Google Bard mit seinen neuen Features die Welt der KI-Bots revolutionieren? Unsere vorsichtige Meinung lautet: eher nicht – oder besser „noch nicht“. Wer sich die Extensions für Youtube, Gmail, Maps etc. genauer ansieht, stellt fest: Bard macht hier im Grunde nichts anderes als ein menschlicher Nutzer. Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit, mit der die KI Dokumente, Videos etc. analysiert und Antworten ausspuckt. Wer in Eile ist, wird dies sicherlich zu schätzen wissen. Auch die Verknüpfung dieser Dienste spart Zeit. Bard könnte zur zentralen Schnittstelle mutieren, die Infos aus den verschiedensten Services bündelt.

Beeindruckt hat uns eher eine weniger gehypte Neuerung: Bards Fähigkeit, Antworten auf Fakten zu checken. Nutzer müssen der KI damit nicht mehr blind vertrauen, sondern können nachprüfen, woher sie ihre Aussagen bezieht. Damit lassen sich Fehlinformationen zwar nicht ganz vermeiden, aber zumindest eindämmen.